Leben retten.

Liebe Sinika,

Patientenverfügung, Testament, Organspende – alles Themen, über die wir uns noch nie detailliert unterhalten haben. Dabei ist es so wichtig und gleichzeitig etwas, was für viele zwar auf irgendeiner imaginären To Do-Liste steht, aber doch meistens im Alltag untergeht und gerne auf „später“ verschoben wird. Weil es unangenehm ist, sich mit Themen zu beschäftigen, die die eigene Endlichkeit betreffen. Das sind Entscheidungen, die man für einen Lebensabschnitt treffen muss, in dem man genau das, nämlich entscheiden, nicht mehr so gut kann. Ich kann mich davon nicht freisprechen, ob es dabei nun um die eigenen Wünsche oder die der Angehörigen geht. Dennoch bleibt es viel zu gegenwärtig, um es einfach unter den Teppich zu kehren. Allein beim Thema Organspende war ich mir immer sicher: Mein Umfeld weiß, dass sobald feststeht, dass ich nicht mehr am Leben bin, alles, was nicht geschädigt ist, als Spenderorgan genutzt werden kann. „Leben retten.“ weiterlesen

Verliebtes Langhaarmädchen und das Ende des Jahrzehnts.

Liebe Niara,

an diesem Wochenende beginnt die Adventszeit und damit eine meiner liebsten Zeiten des Jahres. Die ersten Plätzchen sind gebacken. Nach und nach füllen sich die Straßen mit aufgehängten Lichterketten und verströmen diese zauberhafte Gelassenheit und gleichzeitig Aufgeregtheit. Obwohl alles besinnlich ist, rast nun die Zeit – direkt auf das Jahresende zu. Und dieses Mal beenden wir nicht nur ein Jahr, sondern auch ein Jahrzehnt. Diese Vorstellung finde ich absolut verrückt! Zehn Jahre, vorbei. „Verliebtes Langhaarmädchen und das Ende des Jahrzehnts.“ weiterlesen

Zwischen Schlafen müssen und diesem Kribbeln im Bauch.

Liebe Sinika,

es ist Oktober und ich habe wieder dieses erwartungsvolle Kribbeln im Bauch, das sich seit zwei Jahren um diese Zeit des Jahres eingestellt hat. Obwohl ich es vorher erst rückblickend wahrgenommen hatte, spürte ich es in den letzten Tagen ziemlich deutlich. Ich musste raus, wollte jemanden oder etwas entdecken, mich gut dabei fühlen. Ich musste nur auf die passende Gelegenheit warten. Warten ist nicht immer meine Stärke, aber allzu lange hat es nicht gedauert. Ich entdeckte, dass Nick Howard ein Konzert geben würde. Also schnappte ich mir Handy, Geld und meine Pippi Langstrumpf-Jacke und machte mich relativ spontan auf ins Großstadtgetümmel. Die Location lag in einem für mich ziemlich unbekannten Stadtteil, also passierte erstmal das, was passieren musste: Ich habe mich verlaufen und kam, ohne mich retten zu lassen, nicht mehr aus diesem Dilemma heraus. Nun … dafür hat man ja Freunde! Und ich neuerdings eine App für Fußgänger. „Zwischen Schlafen müssen und diesem Kribbeln im Bauch.“ weiterlesen