Blogparade: Ein Jahr, viele Autorinnen

Bei der Behauptung, deutlich weniger Autorinnen fänden Beachtung unter Lesern als ihre männlichen Kollegen, muss ich immer etwas schmunzeln. Zugegeben, meine absoluten Lieblingsautoren – Carlos Ruiz Zafón und Rob Sheffield – sind Männer. Aber dafür können sie ja auch nichts.
Ansonsten kann ich eine Vielzahl an Autorinnen aufzählen, die mich schon mein ganzes Leseleben immer wieder aufs Neue begeistert haben und immer noch begeistern.
Schon in jungen Jahren habe ich weitaus öfter zu Romanen gegriffen, die aus einer weiblichen Feder stammen als umgekehrt. Meistens sagen mir die darin vorkommenden Sprecherstimmen weitaus mehr zu, ich kann dadurch leichter in die Geschichte eintauchen und mich wiederfinden. Das geht von Kerstin Gier über Bianca Iosivoni bis zu Jane Austen. Es gab sogar Phasen, da hat mir eine Autorin  – zum Beispiel Barbara Wood – so gut gefallen, dass ich sämtliche ihrer Werke nacheinander regelrecht verschlungen habe.
Oft überwiegt dabei der Bereich der Unterhaltungsliteratur, dennoch greife ich auch zu Büchern preisgekrönter Autorinnen, die dann mehr Zeit und Begeisterung, in ihre vielschichtigen Themen einzutauchen, beanspruchen. Also ohne es im Detail beweisen zu können, würde ich mal behaupten, meine persönliche Frauenquote für die ganzen letzten Jahre bei mindestens 80% liegt. Bezeichnen dafür sollte ebenfalls sein, das ich eine ganze Reihe an Autorinnen nennen kann, die mein Lesejahr 2018 begleitet haben, aber keinen einzigen Autor.

Auch wenn ich weitestgehend denke, dass es eigentlich egal sein sollte, ob eine Geschichte von einem Mann oder einer Frau geschrieben wurde, kann ich mich der Meinung, dass Autorinnen mehr und vor allem besser unterstützt werden sollten, anschließen. Denn es geht darum ernst genommen zu werden. Ob nun mit einer Liebesgeschichte oder einem gut recherchierten Hintergrundbericht. Viel zu selten geht eine Literaturauszeichnung an eine Frau, die diese aufgrund einer herausragenden Geschichte verdient hätte.

Welche Autorin hast Du in diesem Jahr für Dich entdeckt?

Angefangen hat das Jahr für mich mit Laura Kneidls New Adult Reihe Berühre mich. Nicht und Verliere mich. Nicht, in deren lebensnahe Charaktere ich mich nicht zuletzt durch den charmanten Schreibstil verliebte. Sehr kurzweilig wurde ich bei Susanne Fröhlichs Verzogen unterhalten. Mit Jojo Moyes‘ Mein Herz in zwei Welten hat eine lang andauernde und für mich mit vielen gemischten Gefühlen verbundene Geschichte endlich ein positives Ende gefunden. Während der heißen Sommermonate langweilte und ärgerte ich mich zugleich mit dem viel gehypten Vox von Christian Dalcher herum. Eine ganze Weile beantwortete ich die Frage, was ich gerade lese, mit dem Titel Uns gehört die Nacht von Jardine Libaire, obwohl ich über die ersten dreißig Seiten nie hinausgekommen bin und immer noch den Zugang suche. Elle Kennedys Off Campus Reihe erheiterte mich eine ganze Weile im Herbst und zu guter Letzt konnte Dora Heldts Wir sind die Guten mir das Jahresende versüßen.
Zwei Autorinnen konnten mich jedoch ganz besonders in den Bann ihrer Geschichten ziehen: Ariel Lawhon (Flug der Träume) und Carmen Korn (Töchter einer neuen Zeit, Zeiten des Aufbruchs). Aufgrund der Vielzahl an zu lesenden Seiten, der Tatsache, dass ich sowieso sehr langsam lese und einigen Hörbuchstunden habe ich mich sehr lange mit diesen Geschichten beschäftigt. Mit den spannenden Charakteren, interessanten Lebensentwürfen und Eindrücken der Zeit wurde es nie langweilig und ich war tatsächlich etwas traurig, als ich diese lieb gewonnen Figuren gehen lassen musste. Ich merke immer, dass mich etwas wirklich bewegen konnte, wenn sich nach dem Ende eine gewisse „Leere“ ausbreitet. Wochenlang habe ich mich mit ihnen beschäftigt, ihre Erlebnisse und Gedanken geteilt und mit ihnen auf ein persönliches Happy End gebangt. Wie gut, dass mir von Korns Jahrhundert-Triologie noch der letzte Teil fehlt, sodass es ein freudiges Wiedersehen mit allen geben wird.

Welche weibliche Lebensgeschichte bzw. Biografie hat Dich in diesem Jahr besonders beeindruckt?

Im Sommer habe ich eine ganze Reihe an Dokumentationen auf Youtube zu inspirierenden Frauen der Weltgeschichte gesehen: Anna Sacher, Sisi, Katharina die Große, Marie Antoinette, Katharina von Medici. Das hat mich natürlich dazu veranlasst, nach literarsichen Bearbeitungen dieser Lebensläufe zu suchen. Dass ich zu jeder dieser Damen nicht nur ein Buch gefunden habe, muss ich wohl nicht näher erläutern. Ich werde eine Weile beschäftigt sein, aber wer weiß? Vielleicht wird das mein kleines persönliches Leseprojekt für 2019. Festlegen oder viel versprechen kann ich da jedoch nicht. Meine Leseplanung funktioniert ja nie so ganz. (Wir besprechen das wohl am Ende des Jahres nochmal.)
Nichtsdestotrotz habe ich mit Coco Chanel und dem im Februar erschienen Roman Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe von Michelle Marly einen Anfang gemacht.
Einen Duft zu kreieren, wenn man von Düften nicht die geringste Ahnung hat, ist schon für sich alleine genommen eine Herausforderung. Den Plan zu verfolgen, einer verlorenen Liebe damit eine Erinnerung zu bieten, ein noch viel größerer. Doch Coco Chanel hat auf ihr Können vertraut. Die Handlung, die den Weg bis zur Fertigstellung des berühmten Parfüms Chanel No. 5 erzählt, hat mich gefesselt, liebevoll eingehüllt und in vielerlei Hinsicht gestärkt.

Was bleibt zum Schluss zu sagen? Auf ein Autorinnen reiches Jahr 2019! Es gibt viele Geschichten zu erzählen.


Zur Blogparade von Kerstin

 

Werbeanzeigen

2 Kommentare zu „Blogparade: Ein Jahr, viele Autorinnen

  1. Hallo Lauretta,

    jetzt komme ich auch endlich dazu, mir all die schönen Beiträge zu meiner Blogparade anzusehen.
    Ich freue mich sehr, dass Du dabei bist. Carmen Korn lese ich gerade. Ich bin im letzten Drittel von „Zeiten des Aufbruchs“. Aber ich muss gestehen, dass ich von dem zweiten Teil etwas enttäuscht bin. Der erste hat mir deutlich besser gefallen. „Zeiten des Aufbruchs“ hat schon seine Längen und wirkt doch eher wie ein Hausfrauen-Groschenroman auf mich.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Kerstin,

      wirklich, so schlimm? Es ist schon eine Weile her und ich habe den zweiten Band auch von den Themen als etwas weniger „bedeutend“ in Erinnerung. Aber auffallend schlimm fand ich das eigentlich nicht. Vielleicht macht es auch einen Unterschied, ob man es selbst liest oder anhört. Beim Hören kommt man definitiv leichter und schneller durch die Längen (also ich).

      Gefällt mir

Kommentar verfassen... (Wenn du kommentierst, werden Daten gemäß der DSGVO verarbeitet. Weitere Informationen findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von WordPress)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.