Vor 10 Jahren.

10 Jahre Musikliebe.
10 Jahre voller Freundschaftselfies ohne Instagramfilter.
10 Jahre Freundschaftstag.

„Wir warten bis die Stadt erwacht, die Laternen verglüh’n
Und die Straßen erblüh’n. Zeig mir die Sterne heut Nacht“

Eine Liebesgeschichte.

Es gibt so viele Dinge, die wir ganz bewusst zum ersten Mal erleben. Der erste Kuss; das erste Eis jenes Sommers; der Versuch unterdrückter Tränen, während wir zum ersten Mal mit der besten Freundin Dirty Dancing anschauen; das Gefühl, wenn wir zum ersten Mal alleine Fahrrad fahren und niemand mehr hinten festhält; das erste Mal ein neues Familienmitglied im Arm halten; die erste Nacht in der neuen Wohnung; der Augenblick, in dem wir zum ersten Mal Musikliebe spüren… Was davon bleibt sind Erinnerungen in Kopf und Herz, die wir mit den Menschen, die uns am liebsten sind, teilen.
An diesem Abend vor zehn Jahren verschenkte ich ein kleines Stückchen meines Herzens für immer – das bis heute noch größer geworden ist. Verantwortlich dafür sind die fünf Jungs (inzwischen wohl doch Männer…) der Band Radiopilot mit ihren identisch gestreiften T-Shirts und alten Röhrenfernsehern auf der Bühne.
Ein Dienstag. Zwischen einer Handvoll anderen Menschen und der Person, die ich damals zwar kaum kannte, aber heute wie ein Teil meiner Familie ist.
Es wurde zu meinem ersten Musikliebemoment. Nein, wahrscheinlich DER Musikliebemoment überhaupt. Ohne ihn hätte es die anderen schließlich nie gegeben.
Unser erstes Abenteuer. Über das ich damals im Vorfeld noch sagte: „Wahrscheinlich wird es total blöd und ich mache es nie wieder.“
Wie sehr ich mich doch täuschte.

„Es ist immer noch ein Schmetterling, wenn ich seh‘ wie du singst
Auch ein Körper ohne Flügel, weder rechts noch links
Ist ein Schmetterling“

Danach trat ich hinaus in die kalte Winterluft, ohne zu wissen, welchen Weg ich damit eingeschlagen hatte. Umkehren war ausgeschlossen. Viel zu verliebt war ich in die gerade gehörte Stimme und in dieses Mutig sein. Ich hätte jeden Schritt wiederholt.
Damalige Texte, dir wir laut mitsangen, wurden mittlerweile durch Zeilen wie „Mein Herz ist ein Tourist, bleibt nie lang an einem Ort, bei einem Mensch.“ von Tonbandgerät ersetzt. Doch mein Herz bleibt an diesem Ort, bei diesem Mensch. In dieser Nacht.
Was wohl passiert wäre, wären wir nie Äpfel stehlen gegangen? Nicht der Rede wert.

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Zum ersten Mal mutig.

Ihre Botschaft: Leben passiert.
Mit gerade mal zwanzig Jahren war das ein Gedanke, auf den ich mich erst noch einlassen musste. Denn ich bin kein besonders impulsiver Mensch. Entscheidungen treffe ich meistens nach langer Überlegung und Abwägung aller mir vorstellbaren Eventualitäten. Auch nur ein kleines bisschen dieser Kontrolle abzugeben, war bis dahin fast unvorstellbar. Spontanität sieht in der Tat etwas anders aus, aber auch das kann ich, wenn mich mein inneres Gefühl darin bestätigt. Ein Gefühl, das hier seinen Ursprung hat.
Natürlich habe ich auch damals geplant. Ich hatte sämtliche Zugverbindungen rausgesucht, die Gleisnummern gecheckt und war gerüstet, zu jeder verfügbaren Uhrzeit, nach Hause zu können. Nur die Zeit, die zwischen diesen beiden Zugfahrten lag, musste ich dem Zufall überlassen. Oder dem Schicksal. Kontrolle gegen Vertrauen eintauschen. Damals noch in eine andere Person, heute zusätzlich mir selbst. Weil es auch zehn Jahre später immer noch aneinander gekoppelt ist. Vertrauen ist nicht mehr meine Hürde, sondern mein Backup Plan geworden. Meine Umarmung, wenn etwas nicht läuft wie gedacht. Das, worauf ich zurückfallen kann, wenn es nötig ist.
Leben passiert – und fühlt sich unerwartet sicher an.
Mein Herz kennt den Weg schon.
Nie mehr ohne dich.

„Ich bin jung, habe keine Angst. Ich will leben, weil ich das kann.
All die Zeit, in der ich versäumt hab‘, so zu sein, wie ich es gewollt hab‘
Ist jetzt vorbei“

10 Jahre und die Geschichte ist noch nicht zu Ende.
Radiopilot wird immer ihr Begleiter sein.
Erste Male vergisst man eben nicht.


Zitate aus den Songs von Radiopilot: „Sterne heut Nacht“, „Schmetterling“ und „Monster“.

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